Müllsammeln am Chiemsee 19.3.16

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Meeresschutz an Land - Plastikmüll gelangt über Seen und Flüsse ins Meer und auch in die Nahrungskette von Tieren und letztlich von uns Menschen!
Wir waren am "Bayerischen Meer", dem Chiemsee,  unterwegs und haben einen ganzen Auto-Anhänger voll Plastik- und Sperrmüll eingesammelt.

Mit 15 Greenpeacern haben wir den Strandabschnitt zwischen Gsadt und Chieming gesäubert. 2 Münchner und 4 Rosenheimer Greenpeace-Aktivisten sammelten teilweise sehr sperrigen Müll von Gstadt nach Seebruck und 9 Greenpeace-Aktivisten von der Gruppe Chiemgau sammelten von Chieming Markstatt bis Seebruck. Am Sammelpunkt in Seebruck hatten wir dann unsere Müll-Beute ausgebreitet.

Auffällig war folgendes...

  • Sperrmüll kriminell am Seeufer "entsorgt" gibt's leider immer noch! Das ist ein Skandal. Beim nächsten Mal zeigen wir die Verschmutzer polizeilich an!
    Wir fanden ein Sammelsurium aus defekten alten Liegen, Monoblock-Stühlen, Autoreifen, Malerkübel, Ketten, Sonnenschirme und Bojen.
  • Unzählige Kleinplastikteile und Folienfetzen sind eine Gefahr für Vögel und Fische.
    Es war nicht möglich, auch nur zwei Meter sauberen Strand zu finden. Schutzringe von Getränkeflaschen, Bonbon-Papier, Zigarettenschachtelfolien, Zigarettenfilter, Lutscher-Steckerl aus Plastik, Einwegbecher, Einwegbesteck, Plastiktüten, Einweg-Kaffebecher samt Deckel,  PET-Flaschen, Schaumstoffe, Styropor, Nylonseile, Kronkorken, Sektkorken aus Plastik, Kunststoff-Strohhalme, Eisbecher aus Plastik, sowie Dosen und Glasflaschen.
    Und dann gab's noch sehr viele Plastikkapperl von Feuerwerkskörpern.
  • Hundekot-Sackerl, die einfach liegen bleiben und dann verrotten (in den nächsten 200 Jahren)...
    Liebe Hundehalter: Entweder ihr entsorgt die Sackerl in die aufgestellten Mülltonnen oder nehmt den Müll selber mit. Die Bio-Variante ist, den Hunde abseits exkrementieren zu lassen und den Kot zu vergraben.
  • Einige Vogelfreunde hatten wohl Meisenknödelsackerl aus Nylonnetz in die Sträucher gehängt. Leergefressen werden diese von Vögeln oft als Nistmaterial verwendet. Doch der kleine Nachwuchs verheddert sich in den reißfesten Nylonschnüren und stranguliert sich daran. Das ist definitiv falsch verstandene Vogelliebe und sollte unterlassen werden.
  • Nicht einsammeln konnten wir:
    Unzählige sehr kleine Plastikschnipsel müsste man mit hohem technischen Aufwand aus dem Ufersand sieben. Sicher steckt auch noch einiges unterhalb des für uns sichtbaren Bereichs und einiges ist sicher auch noch im See gelagert. Mikroplastik aus Peeling-Cremes und Zahnpasta, das die Kläranlagen nicht herausfiltern können, landet auch im See. Auch das konnten wir nicht herausholen. Technisch ist das auch gar nicht möglich.
  • Viel Zuspruch und ein Kooperationsangebot.
    Viele Passanten und Ufertouristen hatten sich bei uns bedankt. Es gab viel Zuspruch und Betroffenheit, was die Berge an Müll betraf. Die Seebrucker Feuerwehr kam auf uns zu und bot für die nächst Sammelaktion ihre Hilfe an. Das werden wir sicher berücksichtigen und beim nächsten Mal die Wasserwachten und Feuerwehren der Ufergemeinden mit einladen.
  • Natürlich waren wir NICHT im Schilfgürtel oder in Brutgebieten. Hier hatten wir aus Rücksicht auf die brütenden Vögel keinen Müll eingesammelt.

Hintergrund:
Hier muss dringend mal aufgeräumt werden: An den Ufern vieler deutscher Seen und Flüsse häufen sich die Hinterlassenschaften gedankenloser Passanten und Naherholer – Verpackungsmüll, der die Landschaft verdreckt und zum Teil bis ins Meer gespült wird. Deshalb ruft Greenpeace deutschlandweit zur großen Müllsammelaktion auf, und etliche haben sich schon zum Helfen bereit erklärt: In 65 Städten, darunter auch die Gruppen München, Rosenheim und Chiemgau, packen Umweltaktivisten mit an, um ihren Wohnort ein wenig sauberer zu machen – und damit letzten Endes die Meere zu schützen.

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jedes Jahr weltweit alleine von Land aus ins Meer. „Dort verrottet es nicht, sondern belastet für mehrere hundert, wenn nicht tausend Jahre die Ökosysteme“, sagt Sandra Schöttner, Meeresbiologin und Greenpeace-Expertin für Ozeane. Selbst an entlegensten Orten wie in Tiefseegräben oder der Arktis ist mittlerweile Plastikmüll zu finden. Ein Großteil stammt aus Asien. Doch Deutschland kann sich ebenso wenig aus der Verantwortung ziehen. ... --> Mehr zum Thema auf Greenpeace.de
 

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